Selbstreflexion mit Film in 10 Minuten

…auch Filme können Mut machen

Manchmal sagt ein Film mehr als ein Gespräch. Nicht weil er die Lösung liefert, sondern weil er dich an Stellen berührt, die du im Alltag vielleicht übersiehst. Mit einem Film, einem Stift und 10 Minuten danach kannst du selber schauen, was gerade in dir anklingt.

Anleitung zur Selbstreflexion:

Wähle einen Film, der dich neugierig macht. Wichtig ist nicht das Genre, sondern dass er Gefühle auslöst. Leg Zettel und Stift bereit. Halt an, wenn dich eine Szene trifft. Egal ob schön, traurig oder nervig. Notiere: „Das erinnert mich an…“ oder „Das würde ich gerne mehr/weniger in meinem Leben haben“. Abschließend: Was hat dich berührt? Welche Figur hat so gehandelt wie ich es mir manchmal wünsche? Was nehme ich mit in die nächsten drei Tage?

Viel Neugier beim Hinschauen. Lass dich überraschen, wo deine Gedanken landen.

Ein Film zeigt Gefühle – ohne, dass du sie direkt über dich erzählen musst. Du kannst über Figuren reden, und sprichst dabei oft über dich. Es kann die Hemmschwelle senken. Die Leinwand oder der Fernseher selbst schaffen Distanz. Du sieht ein Problem von Außen, kannst es analysieren. Gleichzeitig identifizierst du dich mit Figuren und merkst „So geht es mir auch“. Beides zusammen eröffnet neue Blickwinkel. Abstrakte Dinge wie „Grenzen setzen“, „Beziehungsmuster“ etc. werden plötzlich sichtbar – das macht sie greifbar für Gespräche. Filme können auch Wege zeigen: Wie Figuren mit Krisen umgehen, was ihnen geholfen hat. Das kann neue Ideen geben, ohne dass es wie ein Ratschlag klingt.

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Auch in der Psychotherapie werden Filme gezielt eingesetzt – nicht primär als Unterhaltung, sondern als Anregung zur Selbstreflexion. Wenn es schwerfällt, über Ängste, Selbstwert oder den Mut zur Veränderung zu sprechen, kann eine Filmszene den Einstieg erleichtern. Menschen erkennen sich in Figuren wieder, bringen eigene Erfahrungen ein und entwickeln neue Perspektiven – im geschützten Rahmen der Psychotherapie. Filme ersetzen keine Therapie – sie ergänzen sie. Gemeinsam schauen wir, welche Szenen ansprechen, was sie auslösen und wie sich daraus konkrete Schritte für den Alltag ableiten lassen. So wird aus einem Kinofilm ein Werkzeug, um sich selbst besser zu verstehen.

Wichtig: Ein Film ersetzt keine Therapie. Im Rahmen der Psychotherapie werden Filme gezielt eingesetzt und gewählt. Im Weiteren werden diese dann in der Therapie besprochen und individuell aufgearbeitet.

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